| Geliebte, ich fürchte mich ohne dich. |
| Die Schatten der Mauer erdrücken mich. |
| Nicht Gitter, noch Schloß, mich fesselt die Zeit |
| und irgend jemands Gerechtigkeit. |
| Es ist selten Tag in meiner Zelle, |
| doch meine Lieder drängen ins Helle. |
| Manchmal gelingt es, mich zu entführen. |
| In fremde Bereiche. Nicht mehr zu berühren. |
| Das wird eine schöne Zeit, |
| wenn mich Melodien |
| fort von hier, hin zu dir tragen. |
| Du hältst die Flügel bereit und machst, |
| daß die Kirschbäume blühn. |
| Unten gaffen die Wärter und klagen. |
| Das wird eine schöne Zeit, |
| wenn Krieger vor Liedern fliehn |
| und Waffen Gedichten erliegen. |
| Du hältst die Flügel bereit: |
| Wenn wir fallen, bleibt immer noch Zeit, |
| uns endlich unendlich zu lieben. |
| Ach, leg dich doch einmal kurz neben mich, |
| ich weiß auch einen Namen für dich. |
| Die Nie-mehr-Tote werd ich dich nennen. |
| Du wirst doch warten? Mich wiedererkennen? |
| Es ist so dunkel. Der Mond ist vergittert. |
| Es heißt, ich hätt dir den Schädel zersplittert. |
| Wir werden das sicher bald besser verstehen. |
| Ich freu mich doch so, dich wiederzusehen. |
| Das wird eine schöne Zeit, |
| wenn mich Melodien fort von hier, |
| hin zu dir tragen. |
| Du hältst die Flügel bereit |
| und machst, daß die Kirschbäume blühn. |
| Unten gaffen die Wärter und klagen. |
| Das wird eine schöne Zeit, |
| wenn Krieger vor Liedern fliehn |
| und Waffen Gedichten erliegen. |
| Du hältst die Flügel bereit: |
| Wenn wir fallen, bleibt immer noch Zeit, |
| uns endlich unendlich zu lieben. |